Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge: Verbrauchswerte und Schadstoffemissionen

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Toyota Prius Plug-In-Hybrid IAA 2009

Der „Spiegel“ berichtete am 11. November 2017 über eine Beschwerde hoher Regierungsbeamte bei BMW, dass ihre Plug-in-Hybrid-Dienstwagen (BMW 740i Hybrid) zuviel Kraftstoff verbrauchen würden und die Reichweite im Elektromodus viel zu gering sei. BMW so hieß es, glaubte die Ursache gefunden zu haben: Die Chauffeure lassen in Wartezeiten die Heizung zu lange laufen.

Es kann natürlich sein, besonders in der kalten Jahreszeit, dass die Heizung einen enormen Batterieverbrauch zur Folge hat. Die volle Wahrheit ist jedoch, dass die in Hersteller-Prospekten angegebenen Verbrauchswerte (Messwerte nach einer gesetzlich vorgeschriebenen, komplizierten Messvorschrift) nur bei einem hohen Anteil von mehr als 70% der Fahrtstrecke mit Elektromotor erreicht werden können. Klar ist auch, dass nur wenige Fahrer jeweils nach 25 bis 35 km ihre Fahrt für längere Zeit, unter Umständen sogar einige Stunden unterbrechen wollen um den Akku elektrisch aufladen zu müssen.

Eine längere Autobahnfahrt ist definitiv in diesem Modus-Mix völlig unmöglich, ein so enges Ladestellennetz gibt es auf deutschen Autobahnen (noch) nicht.

Bei solch einem Fahrmodus-Mix sind die versprochenen Kraftstoff- Verbrauchswerte für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge von 1,5 – 2,5 l/100 km tatsächlich von besonders effizienten Fahrzeugtypen in etwa erreichbar, optimale Bedingungen (milde Außentemperaturen, keine Sitz-oder Innenheizung, moderate Beschleunigungsvorgänge, mäßige Höchstgeschwindigkeit ) vorausgesetzt. Die deklarierten niedrigen Schadstoffemissionen erfordern unbedingt, dass der o.g. Fahrmodus-Mix streng eingehalten und dabei überdies nur „saubere“ Elektro-Energie nachgeladen wird. Eine längere Autobahnfahrt ist definitiv in diesem Modus-Mix völlig unmöglich, ein so enges Ladestellennetz gibt es auf deutschen Autobahnen (noch) nicht.

Wenn aber seltener elektrisch nachgeladen wird, stellen sich logischerweise Verbrauchswerte ähnlich oder sogar höher als bei reinen Verbrenner-Fahrzeugen ein, denn z. B. Elektromotor und Akku sind zusätzlich verbaut und erhöhen das Fahrzeuggewicht. Die Rekuperation bringt natürlich auch etwas kinetische Energie zurück und in den Akku aber in flachem Gelände ist das nicht so wahnsinnig viel. In bergiger Topographie sieht dies u.U. anders aus.

Fazit zum Thema Plug-in-Hybrid

Die Prospekt-Verbrauchswerte sind tatsächlich schwer, aber unter gewissen Bedingungen erreichbar. Jeder muss prüfen, ob diese für ihn zutreffen. Wirklichen Sinn im Bezug auf Umweltbelastung machen Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge für Fahrer, die regelmäßig nur rein elektrisch fahren, und die bereit sind und die Möglichkeit haben, jeweils nach Kurzstrecken von 25 – 35 km (abhängig vom Fahrzeugtyp) sehr oft elektrisch aufzuladen.

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