Hybridauto

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Hybridauto

Die Kraft mit zwei Herzen – das Hybridauto

Ein Hybridauto verfügt über einen herkömmlichen Dieselmotor und einen zusätzlichen Elektroantrieb. Obwohl ihr Durchbruch erst vor ca. 15 Jahren so richtig gelang, ist das Konzept bereits uralt: Bereits zu den Anfängen der Automobilität gab es bereits zahlreiche Versuche zu dem Thema. So gehen die allerersten Hybridautos auf das Ende des 19ten Jahrhunderts zurück. Zwischenzeitlich wurde es aber fast vergessen.

Das Problem mit dem Wirkungsgrad

Ein Verbrennungsmotor ist ein recht kompaktes Aggregat zur Herstellung von Bewegungsenergie. Sein Vorteil ist, dass es den billigen Kraftstoff verbrennen kann und damit keinen komplexen Stromspeicher benötigt. Jedoch ist der Wirkungsgrad von einem Diesel- oder Benzinmotor sehr gering: Gerade einmal 16% der im Kraftstoff gespeicherten Energie wird tatsächlich in Bewegung umgesetzt. Die restlichen 84% verschwinden als Wärme in die Umwelt. Und diesen Wert erreicht der Verbrennungsmotor auch nur dann, wenn er im optimalen Drehzahlbereich bewegt wird.

Ein Elektromotor hat hingegen einen Wirkungsgrad von bis zu 98%. Jedoch ist er zwingend auf eine Stromquelle angewiesen. Mit dem billigen und einfachen Brennstoff kann ein Elektromotor leider nichts anfangen.

Das Hybrid-Prinzip

Die Idee vom Hybridauto sieht folgendermaßen aus:

– Ein Verbrennungsmotor produziert Bewegungsenergie
– Diese Energie lädt über einen Generator einen Stromspeicher auf
– Damit wird ein Elektromotor angetrieben, der das Auto bewegt.

Diese Idee wird noch durch die Rückgewinnung von Bremsenergie ergänzt, die in vielen Konzepten optional mit integriert wird.

Die Vorteile von einem Hybridauto

Ein Hybridauto kann, sofern es richtig konstruiert und angewendet wird, einige Vorteile bieten:

– Im Ladebetrieb dreht der Verbrennungsmotor stets im optimalen Drehzahlbereich
– Auf Wunsch extrem leiser Betrieb
– Fahren ohne Emissionen über längere Strecken
– Einsparen von Kraftstoff

Dem stehen jedoch einige Nachteile gegenüber

– Aufwändige Technik
– Hoher Kaufpreis
– Hohe Reparaturkosten im Schadensfall

Dennoch ist der Hybrid gegenwärtig vor allem für Innenstädte ein echtes Zukunftskonzept. Kaum ein anderes Fahrzeug kann so schnell und nachhaltig die Schadstoffemissionen senken, wie es Hybridautos zu leisten imstande sind. Dabei kommt es jedoch auch auf den Hybrid-Typ an.

Typen von Hybridauto

Hybrid ist nicht gleich Hybrid. Es haben sich insgesamt drei Varianten heraus gebildet, die gegenwärtig um die Marktherrschaft kämpfen:

Mikrohybrid: Man kann jedes Auto über sehr kurze Strecken nur mit dem Anlasser bewegen. Das ist die kleinste Form des Hybrids. Es sollte aber nur für absolute Gefahrensituationen angewendet werden, beispielsweise wenn das Auto auf einem Bahnübergang abstirbt. Daneben gibt es Autos mit Start-Stopp Automatik, die zu den echten Mikrohybriden gezählt werden.

Mildhybrid: Das E-Bike Prinzip, bei dem ein Elektromotor einen herkömmlichen Antrieb unterstützt, gibt es auch für Autos. Im Fahrbetrieb merkt man dies kaum, jedoch sind diese Autos deutlich sparsamer im Kraftstoffverbrauch.

Vollhybrid: Das sind die Hybridautos im herkömmlichen Sinne: Wahlweise umschaltbare Antriebe mit permanenter Aufladung der mit geführten Akkus.

Die häufig erwähnten „Plugin-Hybride“ sind Vollhybride, bei denen der Akku auch durch eine externe Stromquelle aufgeladen werden kann.

Range Extender: Diese Hybridautos führen einen Verbrennungsmotor nur als Ladegenerator für den Akku mit. Es bewegt sich ansonsten ausschließlich elektrisch.

Die Übergänge zwischen diesen Bauarten sind fließend. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass das Hybridauto deutlich teurer oder wesentlich weniger Nutzwert hat, als ein vergleichbares Benzin- oder Dieselauto. Insgesamt wird die Hybrid-Technologie als Brückentechnik verstanden. Es ist zu erwarten, dass sie früher oder später von den voll elektrisch fahrenden Autos abgelöst wird.

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